Geschichtliches aus Fallersleben

Erstmals urkundlich genannt wurde Fallersleben im Jahr 942. "...dem ganz unbesiegbaren König Otto I", so steht es in einer Urkunde, die in der Hofburg zu Magdeburg gesiegelt wurde und in der von einem Ort Valareslebo dem heutigen Fallersleben die Rede ist. Fallersleben ist somit nachweislich über 1000 Jahre alt, vermutlich aber noch älter.

Durch mehrere Jahrhunderte wurde Fallersleben stets als Dorf, 1344 und 1451 als wikbeld, Weichbild und danach als bleck, Flecken überliefert.

Im 15. Jahrhundert hatte sich eine Bürgerschaft herausgebildet. 1488 fand sich ein Rat bezeugt. 1547 wurde ein "Ratsbuch" angelegt, das heute noch als besonders kostbares Dokument vorhanden ist.1551 wurde der Schlossbau beendet, die Herzogin Clara zu Braunschweig und Lüneburg benutzte es als Witwensitz. Damit wurde Fallersleben zeitweilig aber immerhin 30 Jahre eine kleine herzogliche Residenz. Sie hat sich fürsorglich um den Ort gekümmert, Handel und Warenverkehr wurde gefördert, drei Jahrmärkte wurden eingerichtet, ein Bierbraurecht verordnet.

1660 wurde das Schloß Sitz des Amtes Fallersleben und war der fürstlichen Regierung in Celle unterstellt. 1798 am 2. April wurde August Heinrich Hoffmann in Fallersleben in der Westerstraße 4 geboren. Er nannte sich später Hoffmann von Fallersleben. Am 2.8.1841 dichtete er auf Helgoland das "Deutschlandlied" das später die Nationalhymne wurde.Viele Kinderlieder entsprangen seiner Feder. Am 19.1.1874 starb er. Er war ein Sänger des Volkes und ein bedeutender Forscher und Gelehrter der deutschen und niederländischen Sprache.

1929 wurden dem Ort die Stadtrechte verliehen. Am 26.5.1938, in einer offiziellen Erklärung der Reichsregierung in Berlin heißt es: "Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes bei Fallersleben". Das alte Fallersleben erfährt dadurch eine gravierende Umstrukturierung in Wirtschaft und Bevölkerung.

Ab 1945 große Zuwanderung von Flüchtlingen aus dem Osten. Fallersleben vergrößert seine Einwohnerzahl von 2000 auf 12.000 Bürger. 1972 am 1. Juli wurde Fallersleben im Rahmen der niedersächsischen Gebietsreform in die Stadt Wolfsburg eingegliedert. Das romantische Städtchen hat bis heute, trotz großstädtischer Zugehörigkeit, seinen besonderen Charme erhalten.

Viele alte Fachwerkhäuser hat man wieder aufgebaut. Eines der schönsten ist das Hoffmannhaus. Weitere alte Gebäude sind: Das Schloss und das daneben stehende Brauhaus, in dem nun wieder Bier, das früher mit Kräuterzusätzen auch zur Heilung von Kranken eingesetzt wurde, nach alter Tradition gebraut wird und verkostet werden kann.

Die im klassizistischen Baustil 1803 errichtete Michaeliskirche, verfügt als architektonische Besonderheit über eine seltene so genannte Querhausanlage. Seit 1925 existiert das Schwefelbad als Badehaus mit einer Schwefelquelle. Und auch zwei Brunnen in der Westerstrasse zeigen heute die alte Vergangenheit Fallerslebens.


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